Willkommen in der Ciudad de Mexico

Das schoene Leben ist vorbei…

Nach fast drei Wochen des Faulenzens, Tourist Spielens und Menschen Kennenlernens hat mich jetzt der Ernst des Lebens zurueck! Am Freitag beginnt mein Spanisch-Kurs, und zwar an der UNAM, der groessten und aeltesten Uni Lateinamerikas – was bin ich stolz!
Die erste Huerde, den Einstufungstest, habe ich heute morgen ueberwunden. Ich war unglaublich aufgeregt, kenne ja das Pruefungsgefuehl schon gar nicht mehr…Bauchkribbeln, feuchte Haende – alles, was so dazu gehoert!
Fuer die naechsten drei Wochen heisst es nun sechs Stunden taeglich Spanisch bueffeln und reden, reden, reden! Naja, waehrend des Hin- und Rueckweges habe ich genug Zeit dazu. Die UNAM liegt naemlich nicht gerade um die Ecke! Jeden Morgen um 5.30 Uhr aufstehen und ca. 2 Stunden Fahrt mit dem Auto – anstrengend ohne Ende, vor allem weil es mehr ein “Stop and Go” als ein “Go” ist! Mexiko-City hat einfach zu viele Einwohner und alle wollen zu dieser Zeit zur Arbeit! Gluecklicherweise muss ich nicht mit Bus und Bahn fahren, denn die sind noch voller als die Strassen! Orlando faehrt mich tatsaechlich und wird sich fuer die Zeit meines Kurses in dem Stadtteil eine Arbeit suchen! Der tatsaechliche Chauffeur-Grund ist aber auch, um ehrlich zu sein, die hohe Kriminalitaet. Ich, blauaeugig und rothaarig – also so gar nicht mexikanisch (mal abgesehen von meiner Groesse – hinsichtlich dazu passe ich perfekt hier her), stelle das perfekte Opfer fuer einen Ueberfall da!
Schon vor meinem Flug wusste ich, dass Mexiko-City nicht ungefaehrlich ist. Dabei handelt es sich jedoch nur um bestimmte Gegenden und Orte, die ich gewiss nicht aufsuchen werde! Calacoaya und Satelite, die Colonias, in denen Orlandos Mutter und Vater wohnen, sind ungefaehlich! Also keine Angst, und ausserdem habe ich meinen Beschuetzer immer an meiner Seite!

Tourileben!

Drei Wochen durfte ich lange schlafen, ausgehen und Mexiko-City entdecken!
Schon kurz nach meiner Ankunft dachte ich so bei mir “OK, die Stadt hat mich zurueck!” Kein Wochenende ohne Party, ausgehen, tanzen und das nicht bis in die fruehen Morgenstunden, sondern bis in den naechsten Tag! Auch in der Woche kann es oft sehr spaet werden. Hier gibt es eigentlich immer einen Grund, um zu feiern und wenn nicht, dann wird einer kreiert! Am 10.5. war zum Beispiel der Muttertag…bereits mittags durften alle nach Hause gehen, denn dieses Ereignis muss gefeiert werden. Blumen und ein Bussi fuer die Mama reichen nicht aus, Bacardi spielt da schon eine groessere Rolle! Nicht, dass ihr ein falsches Bild bekommt. Die Mexikaner liegen nicht immer besoffen in der Ecke, aber wenn gefeiert wird, dann auch richtig! Eigentlich haben sie es sich aber auch verdient. So wie ich es mitbekomme, haben die meisten eine 50 Stunden Arbeitswoche! Da duerfen sie ihre freie Zeit auch richtig auskosten!
Ich bin immer mittendrin…manchmal etwas verloren, da ich ja so gut wie keinen Alkohol trinke! Meistens geniesse ich es aber, denn feiern bedeutet neben dem Trinken auch Tanz und Musik…aus eigener Hand, es wird gesungen, Gitarre gespielt und mit Gegenstaenden, die gerade auf dem Tisch stehen, der Rythmus gemacht! Ich mag das total!
Sonst habe ich oft die Sonne genossen! Das Wetter hier ist allerdings unglaublich seltsam! In der Regel ist bis zum fruehen Nachmittag strahlendster Sonnenschein. Ab 15 Uhr ziehen dann die Wolken zusammen und es regent in Stroemen, manchmal auch mit Gewitter! Ich liebe diese Weltuntergangsstimmung, aber bin trotzdem jedesmal verwundert, wie schnell der Umschwung kommt! Mexiko-City ist beim Thema Wetter etwas speziell, da es, ich glaube, 2000 Meter ueber dem Meeresspiegel liegt und zudem von Bergen (und zwei Vulkanen) eingekesselt ist! Bis jetzt werde ich auch immer mal wieder von starken Kopfschmerzen geplagt, da ich nicht an die Hoehe gewoehnt bin! Also nicht die Kopfschmerztabletten vergessen, wenn ihr her kommt! Seit drei Tagen haben wir jetzt aber schon Vorzeigewetter, nicht ein Tropfen Regen – also Daumen druecken, dass es so bleibt!

Acapulco

In den Monaten, die ich hier verbringen werde, moechte ich moeglichst viel von dem wunderschoenen und so vielseitigen Land sehen! Bereits in der ersten Woche hatte ich die Gelegenheit, Acapulco kennen zu lernen!

Wir waren auf eine Hochzeit eingeladen und blieben gleich ein paar Tage laenger! Die Stadt ist sehr beliebt bei jungen Menschen, da sie neben dem traumhaften Strand und immerwaehrend guten Temperaturen unglaublich viele Moeglichkeiten zum Ausgehen bietet!

Am beruehmtesten sind aber wahrscheinlich die Klippenspringer! …ein paar Verrueckte, die sich viele Meter hinab stuerzen, mit der Gefahr, an den Klippen aufzuschlagen oder von der Stroemung ergriffen zu werden. Sie sind die totale Attraktion und ziehen jeden Tag viele Menschen an…ich moechte mich nicht ausschliessen! Es ist schon Wahnsinn! Man ist selbst als Zuschauer aufgeregt – wer weiss, wie es den Klippenspringern geht!?
Die drei Tage in Acapulco waren super schoen! Ich habe mir einen Wahnsinnssonnenbrand geholt, waehrend die Jungs im Wasser rumtollten, und gut gefaulenzt! Highlight war aber natuerlich die Hochzeit. Das Paar (mit einer unglaubklich schoenen Braut) wurde am Strand getraut, wo anschliessend auch die Feier stattfand!
Leider habe ich den Brautstrauss der Braut nicht gefangen…dennoch habe ich es im Gefuehl, dass es bei mir auch nicht mehr lange dauert! ;o)

Was gibt es sonst Neues…

Wir ziehen um! Nach einem Monat in Calacoaya, im Haus von Orlandos Mama, werden wir bald unser eigenes Heim haben! Wo und was es sein wird, steht noch nicht fest! Momentan stehen eine Wohnung mit Blick ueber die Stadt (und glaubt mir, nachts ist das der Wahnsinn!!!) und ein kleines Haeuschen (ihr muesst es euch nicht wie ein Haus in Deutschland, sondern in der Groesse einer Wohnung vorstellen) stark im Rennen!
Ich freue mich schon riesig! Und vor allem bedeutet das, dass wir Platz haben fuer eure zahlreichen Besuche! ;o)

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