Archiv fürNeuigkeiten

Freitag der Dreizehnte…von wegen ein verfluchter Tag!

Unser persönlicher Glückstag wird er sein…für immer! Freitag, 13. Juli 2007, Orlandos und mein Hochzeitstag! Vorbereitungen  Sie haben es uns nicht leicht gemacht, die Mexikaner, aber wir waren standhaft. Nach „1000en“ von Besuchen beim Amt für Immigration, genauso vielen beim Registro Civil, Briefen, Kopien, Unterschriften, Anfragen und einem ärztlichen Besuch (!!! Man muss sich tatsächlich auf verschiedenste Krankheiten testen lassen, um in Mexiko heiraten zu können!!!), hielten wir in der vergangenen Woche unsere Erlaubnis in der Hand! Ein großer Erfolg, dessen Weg auch von einigen Rückschlägen begleitet wurde! Katharina, „allein“ im fernen Mexiko, freute sich wahnsinnig, zwei lieb gewonnene Freundinnen als ihre Trauzeugen wählen zu können…die beiden jungen Frauen sind allerdings nicht von mexikanischer Nationalität, wodurch ein großer Papierberg für die Anfrage bewältigt werden musste. Letztendlich scheiterte der Versuch jedoch daran, dass die in der mexikanischen Bürokratie tätige Bevölkerung gelegentlich macht, was sie möchte. Jede Person gibt die Information, die sie für richtig hält. Mag sein, dass sie nicht mit der anderer Personen übereinstimmt, aber…Shesta und Michelle waren bei meiner Hochzeit, als zusätzliche Trauzeugen, meine offiziellen Trauzeugen waren jedoch Mexikaner…meine Schwiegermama und Orlandos Bruder, die ich beide wahnsinnig gern habe! Unser großer Tag!

Er war super schön, der 13. Juli, entspannt sowie von einigen chaotischen Gegebenheiten begleitet! Ein Tag wie kein anderer – strahlender Sonnenschein und kein Tropfen Regen. Das ist für Mexiko-City ungewöhnlich, in den letzten Wochen regnete es jeden Tag für einige Stunden oder war zumindest bedeckt! Nicht jedoch an unserem Hochzeitstag! ;O)

Als Braut wollte ich besonders schön aussehen, sodass ich einen Termin für mein Make-Up und mein Haar bei einem Friseur vereinbarte. Mit meiner Schwiegermama verbrachte ich fast drei Stunden im Salon! Ich wurde geschminkt und nach ca. 15 Minuten erlebte ich dann vor dem Spiegel eine große Überraschung oder sagen wir lieber einen Schock. Grauenvoll, mit anderen Worten kann man es nicht beschreiben! Ich überließ alles dem Stylisten…nur mit dem Wunsch, möglichst natürlich auszusehen. Meine Augen „verschönerte“ er mit Grautönen, die Brauen wurden braun und mein Mund erhielt ein farbenfreudiges Pink! Auch meine Schwiegermama erlebte ein ähnliches Schicksal!

Kaum zu Hause angekommen, entfernten wir das Übel, schminkten uns erneut selbst und nahmen einige Änderungen an unseren Frisuren vor! Ich hab’s schon immer gewusst – traue keinem Friseur! Niemand hat’s gemerkt, sondern im Gegenteil – unser Make-up wurde noch gelobt! ;O)Die Zeit verging wie im Flug! Halb sechs sollte mein Chauffeur kommen. Orlando war natürlich nicht im Haus, der Bräutigam darf die Braut vor der Hochzeit ja nicht sehen!Hmm, halb sechs …kein Chauffeur, dreiviertel sechs, um sechs…Plan B musste entworfen werden, der Chauffeur hatte mich versetzt! Cesar, Orlandos Bruder, wurde kurzerhand zu meinem Chauffeur auserkoren. Für ihn hieß das, schnellstmöglichst zur Waschanlage, auch die Vögel in Mexiko nehmen keine Rücksicht auf Autos! Mittlerweile ging der Uhrzeiger schon auf 18.30 und 19.00 Uhr sollte unsere Trauung stattfinden! Wir fuhren los und …wir waren im Stau! Mittlerweile hatte mich die Nervosität auch eingeholt…feuchte Hände, mulmiges Gefühl im Bauch, alles was so dazugehört!Wir haben es geschafft, Punkt 19 Uhr erreichten wir „Mattini’s“, unser Restaurant. Ich wurde schon erwartet und von allen Gästen und natürlich meinem zukünftigen Ehemann begrüßt!

Der Standesbeamte begann mit seiner Rede! Wie oft hatte ich schon überlegt, was er sagen würde und vor allem, ob ich ihn verstehen würde! Aber ich war stolz auf mich: ich sagte an der richtigen Stelle „Si“. Wir tauschten die Ringe, durften uns unseren ersten Kuss als Ehepaar geben (naja, es waren mehr…alle wollten diesen „einen“ Kuss auf einem Photo festhalten!) und der Beamte forderte uns dazu auf, die Worte auszutauschen, die wir dem Anderen zum Beginn der Ehe mitteilen wollen. Wir waren eindeutig im Vorteil…wir sprachen auf Deutsch, und gegen den Wunsch der Gäste, wiederholten wir nicht alles noch einmal auf Spanisch.

Die Frage folgte, ob einer der Anwesenden etwas gegen die Hochzeit einzuwenden hätte. Michelle und Shesta standen an meiner Seite. Michelle nickte und erhielt einen Seitenhieb von Shesta. Ich weiß nicht, was sie verstanden hat, aber mit unserem Spanisch-Niveau wahrscheinlich etwas anderes!  ;O)

Alle  Treuzeugen unterschrieben anschließend! Jetzt waren Orlando und ich offiziell „Mann und Frau“. Ich weiß nicht, was ich gefühlt habe in diesem Moment, es ist ein seltsames Gefühl, aber ein Gefühl des puren Glücks! Orlando war von nun an „mein Mann“, ich konnte es gar nicht fassen!!!Die Feier konnte beginnen! Wir waren eine kleine Runde, nur Familie, die engsten Freunde Orlandos und meine Freundinnen aus der Uni. Aber wir feierten! Ich wurde genötigt, Alkohol zu trinken und habe mich tatsächlich fast den gesamten Abend nur auf Spanisch unterhalten!Das Highlight des Abends war für mich eindeutig die Bestimmung der Junggesellen und Junggesellinnen, die als nächstes den großen Schritt wagen würden! Ich warf meinen Brautstrauß und der Kampf begann! Glückliche Gewinnerin wurde Caro!Nun waren die Männer an der Reihe – Orlando warf mein Strumpfband! Auch hier war der Kampf nicht geringer als bei den Damen…Cesar war der Schnellste und präsentierte stolz seinen Fang!

Um 2 Uhr wurde das Restaurant geschlossen und wir begaben uns zur „After-Show-Party“ mit Gitarre, Gesang und Tanz in unser Häuschen. Bis um 11 Uhr morgens hielten die Tapfersten durch und wir beendeten den „schönsten Tag unseres Lebens“ mit leckeren Chilaquiles, bevor wir todmüde ins Bett fielen.Hier ein paar Impressionen: